Niederösterreich Rallye
 
 
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Großes ORM-Duell bei der Niederösterreich Rallye:
 

Zehn R5-Boliden bilden bei der zweiten Ausgabe der Niederösterreich-Rallye (27. & 28. September 2019) ein starkes Spitzenfeld - allen voran die beiden Titelfighter Julian Wagner und Hermann Neubauer, die zuletzt mit Sekundenduellen für Hochspannung sorgten.

Fotos: Harald Illmer

Die Rallye Staatsmeisterschaft 2019 steht im Zeichen des großen Duells an der Spitze: Der blutjunge Oberösterreicher Julian Wagner im Baumschlager Rallye Racing Skoda Fabia R5 gegen den Staatsmeister 2016, den Salzburger Hermann Neubauer im ZM Racing Ford Fiesta R5! In Weiz wurde in einem elektrisierenden Sekundenkrimi bis zur letzten Sonderprüfung um jede einzelne Zehntelsekunde gefightet, immer wieder wechselte die Führung - vor der letzten Prüfung fehlten Neubauer lediglich 3,5 Sekunden auf seinen jungen Herausforderer. Viele rechneten damit, dass sich Neubauer auf seinem "Homeground" (Sieger 2016, 2017 und 2018) im Finale durchsetzen wird, doch dann rutschte er in die Wiese, Wagner feierte nach seinem Triumph bei der Jännerrallye seinen zweiten Sieg in dieser Saison und kommt damit auch zur Niederösterreich Rallye als ORM-Leader.

Zwar beträgt der Vorsprung von Wagner 16 Punkte, doch wenn man das Streichresultat miteinbezieht, verfügt Hermann Neubauer über 101 Zähler, während Julian Wagner lediglich 97 Punkte aufweisen kann. Es passt also auch in der Tabelle "kein Blatt Papier" zwischen die beiden Titelkontrahenten, die zweite Ausgabe der Niederösterreich-Rallye darf sich auf einen spannenden Thriller gefasst machen.

Dass sowohl Neubauer als auch Wagner im Vorfeld "den Ball flach" halten, könnte man auch als Teil der "psychologischen Kriegsführung" betrachten. Doch in Wahrheit liefern die beiden einen angenehm sportsmännischen, politikbefreiten Zweikampf im Zeichen des gegenseitigen Respekts - etwas, das in der ORM nicht immer selbstverständlich war. So fiel Hermann Neubauer kein Zacken aus der Staatsmeister-"Krone", als er in Weiz seinem Widersacher offen und ehrlich gratulierte: "Julian ist sensationell gut gefahren!" Wagner wiederum gesteht: "Es wundert mich heute noch, dass wir Hermann in Weiz schlagen konnten."

"Ich muss nicht Staatsmeister werden!"

Wagner bleibt bei der von seinem Teamchef Raimund Baumschlager vorgegebenen Linie: "2019 ist für mich ein Lernjahr, es herrscht überhaupt kein Druck - ich muss heuer nicht Staatsmeister werden." Um möglichst wenig Gewicht auf die Schultern des jungen Mannes zu legen, wird der neue Skoda Fabia R5 Evo in Niederösterreich noch nicht zum Einsatz kommen.

An Julians Seite wird diesmal nicht Stammcopilotin Anne Katharina Stein, sondern der Deutsche Pirmin Winklhofer aus dem "Gebetsbuch" lesen, der bereits Raimund Baumschlager des Öfteren zum Sieg navigiert hatte. Für Julian Wagner ist es eine Premiere, auch wenn er 2015 mit dem Vater von Pirmin, Fred Winklhofer seine ersten Rallyesporen verdiente. Der Wechsel auf dem "heißen Sitz" hat einen Hintergrund mit Hinblick auf die kommende Saison - so erklärt Julian Wagner: "Ich möchte mir bei den beiden letzten ORM-Rallyes auch noch andere Copiloten ansehen - vielleicht ist ja jemand noch besser als Anne Katharina?"

Hermann Neubauer startet wieder mit Christina Ettel und versichert: "Der Druck liegt nicht auf meiner Seite - natürlich werde ich alles geben, aber ich möchte bei den nächsten beiden Rallyes in erster Linie ins Ziel kommen und kleine Fehler wie in Weiz diesmal vermeiden." Sowohl Neubauer als auch Wagner blicken voller Vorfreude auf die NÖ-Rallye: "Unser Duell macht einfach Riesenspaß - und das gefällt natürlich auch den Fans an der Strecke!"

Zehn R5-Boliden aus vier Nationen:

Insgesamt sind bei der Niederösterreich Rallye gleich zehn R5-Boliden am Start. Vizestaatsmeister Johannes Keferböck, wieder mit Österreichs "WM-Export" Ilka Minor in einem vom tschechischen Keane Motorsport Team eingesetzten Skoda Fabia R5 am Start, wird wohl alles daran setzen, in Abwesenheit von Günther Knobloch seinen dritten ORM-Tabellenrang weiter abzusichern.

Doch dabei muss er sich auch gegen starke internationale Konkurrenz durchsetzen. Der Ungar Jozsef Trencsenyi (Skoda Fabia R5) wurde 2014 Zweiter im Waldviertel und landete bei der Premiere der NÖ-Rallye auf Platz vier.

Maximilian Koch (Skoda Fabia R5) wurde dort im Vorjahr Achter - doch heuer steigerte er sich kontinuierlich, belegte bei den ARC-Rallyes in St. Veit und Perg jeweils den zweiten Platz, zuletzt gelang ihm der Sieg bei der Niederbayern-Rallye. Eine bekannte Größe ist Daniel Fischer aus Ungarn, der ARC-Champion 2016 hat sich längst von seiner "alten Liebe", dem Subaru CG8 losgerissen und pilotiert wie auch die Tschechen Patrik Rujbr (im Vorjahr Platz sechs bei der NÖ-Rallye) und  Zedenek Pokorny (im Vorjahr Rang 13) einen Skoda Fabia R5. Gespannt darf man aber auch auf die Performance von Gerald Rigler im zweiten ZM Racing Ford Fiesta R5 sein - und auch Markus Steinbock zündet einmal mehr seinen Hyundai i20 R5.

Prototypen-Parade im Vorausautofeld:

Interessante Autos gibt es bei der zweiten Niederösterreich-Rallye schon im Feld der Vorausautos zu sehen: Michael Kogler unternimmt mit dem brandneuen Dytko-Fiesta Prototyp von Race Rent Austria den ersten Test, Christoph Zellhofer fährt mit dem Suzuki Swift Prototyp von ZM Racing und auch der bereits in Weiz erprobte Audi SSM R4 von Signed Streets Motorsport wird pilotiert von Florian Liendl auf Testfahrt geschickt.

Im Feld fällt das Mitsubishi Lancer World Rally Car 05 aus dem Hause Sonnleitner Motorsport auf, das Franz Sonnleitner höchstpersönlich pilotiert. Das Bamminger-Team setzt neben dem bekannten M1-Subaru für Michael Lengauer einen Suzuki Swift Sport M1 mit dem bekannten deutschen Piloten Niki Schelle ein.

Lesen Sie alles über die ORM2WD, den Österreichischen Rallye Cup (ORC) sowie über das Starterfeld in der Austrian Rallye Challenge (ARC) und im Alpe Adria Rally Cup (AARC) in einer gesonderten Aussendung.

Pressebetreuung Niederösterreich Rallye 2019
Michael Noir Trawniczek

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